Chen Taijiquan Xiaojia

Der Chen-Stil ist die Mutter aller Tai Chi-Stile, aus ihm sind alle anderen Stile entstanden.

Bänsch2 FotoWir unterscheiden zwei Chen-Stile, einmal das Dajia (grosser Rahmen) und das weniger bekannte Xiaojia (kleiner Rahmen).

Der Generale Chen Wangting (ca. 1600-1680) 9. Generation der Chen-Familie verbindete die harten, äusseren Kampfstile mit der inneren Arbeit des Qi Gongs.

Das Xiaojia geht auf Chen Youben 14. Generation über Chen Xin (1849-1929) 16. Generation zurück, der auch die ersten Schriften über das Chen Taijiquan verfasste, mit dem Titel „Chen Shi Taijiquan Tushou“ 1933. Weitere Familienmitglieder waren unter anderem Chen Lixian (1922-1983) und Chen Liqing (1919-2008) 19. Generation.

Die jetzigen Meister der Chen-Familie sind Chen Peishan und seine Schwester Chen Peiju 20.Generation.

In u.a. Deutschland, Luxemburg wird das Chen Xiaojia durch den von der Chen-Familie anerkannten Ausbildungsleiter Dietmar Stubenbaum vermittelt und führt dort auch Ausbildungslehrgänge durch. Er ist ausserdem seit 2006  Präsident der International Society of Chen Taijiquan.

Zu beginn der Ausbildung seht das erlernen des Sizheng Taijiquan. Es ist eine Kurzform mit 20 Bewegungen die Meister Chen Peishan 2004 erstellte, um so den Schülern den Einstieg in die lange Form (Yilu) 74 Bewegungen zu erleichtern.

Die innere Kampfkunst wurde nur innerhalb der Familie weitervermittelt und deshalb wurde das Chen Xiaojia auch erst in den 80iger Jahren im Westen bekannt.

Im Chen-Stil sind die kämpferischen Elemente noch voll erhalten geblieben und ist somit auch später für die Selbstverteidigung interessant.

Die wissenschaftlich bestätigten gesundheitlichen Wirkungen des Taijiquans sind u.a. Verbesserung und Entwickelung des Körpergefühls, dass führt zu einer Verbesserung der Körperhaltung und der Balance. Die Muskulatur wird gestärkt und alle Gelenke und Bänder werden elastischer und gepflegt und dadurch werden die Bewegungen geschmeidiger und flexibler. Die Durchblutung wird angeregt und das Meridiansystem aktiviert. Die tiefe Bauchatmung wird verbessert und dadurch sinkt das Zwerchfell, die inneren Organe werden massiert und der Geist kommt zur Ruhe und Entspannung. Man bekommt auch über die Jahre eine andere Lebenseinstellung, was Ernährung und Lebensstil (Stress usw.) angeht. Somit kann das Taijiquan einen positiven Beitrag in die menschliche Entwickelung  leisten und das gilt für alle Altersklassen.

„Tai Ji Quan Jing“ – der Klassiker des Taijiquan von Zhang Sanfeng

Während der Bewegung müssen alle Teile des Körpers leicht, beweglich und auf einem Faden aufeinander gereihte Perlen sein. Das Qi muss stimuliert werden, und der Geist muss sich auf das Innere konzentrieren.

Führe die Bewegungen ohne Verzögerungen und ohne Lücken durch, ohne dich zu öffnen und ohne Leerstellen und unterbreche sie nicht, um sie erneut zu beginnen.

Die Bewegung der Füsse muss verwurzelt sein, durch die Beine passieren, durch den Unterleib kontrolliert und durch die Finger ausgedrückt werden. Die Füsse, die Beine und der Unterleib müssen gleichzeitig agieren, als Eines; wenn du dich nach vorne oder hinten bewegst, müssen Zeitpunkt und Position abgestimmt sein.

Wenn der Moment von Aktion und Position nicht stimmt, wird der Körper seine Ordnung verlieren; der Fehler muss in den Beinen und im Unterleib gefunden werden.

Wenn du dich erhebst oder senkst, vorwärts oder rückwärts gehst, nach links oder nach rechts, ist es immer derselbe Ablauf.

Es geht immer um den Geist und nicht um die äusseren Bewegungen. Wenn es nach oben geht, so geht es auch nach unten; Wenn es eine Rückwärtsbewegung gibt, so gibt es auch eine Vorwärtsbewegung.

Wenn es ein Links gibt, so gibt es auch ein Rechts.

Wenn der Geist nach oben will, dann heisst das zur gleichen Zeit, dass er nach unten will.

Wenn die sich abwechselnde Technik von Ziehen und Drückenangewandt wird, dann wird das Subjekt entwurzelt und kann zweifellos schnell zu Fall gebracht werden.

Leere und Fülle müssen klar voneinander unterschieden werden. So wie ein Ort Leere und Fülle umfasst, so umfassen gleichzeitig alle Orte Leere und Fülle.

Alle Teile des Körpers sind an einem Faden miteinander verbunden, ohne die geringste Lücke.

Abwehr, Rückzug, Pressen, Drücken, Ziehen, Spalten, Ellenbogenstoss und Schulterstoss sind die Acht Trigramme (Bagua).

Der Vorwärtsschritt, der Rückwärtsschritt, der Blick nach links, der Blick nach rechts und das Halten des Gleichgewichts in der Mitte, das sind die fünf Elemente.

Abwehr, Rückzug, Pressen, Drücken sind der Himmel, die Erde, das Wasser, das Feuer; sie sind auch die vier Himmelsrichtungen.

Ziehen, Spalten, Ellenbogenstoss und Schulterstoss sind der Wind, der Donner, der See und der Berg, sind die vier diagonalen Richtungen (Zhou Yi Trigramme).

Vorwärtsschritt, Rüchwärtsschritt, Blick nach links, Blick nach rechts und das Halten des Gleichgeweichts in der Mitte sind Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde.

Zusammen sind sie die 13 Positionen.

(Quelle: Cultura Martialis)